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Bildung für alle

18.02.2018 - Artikel

Diese Mädchen besuchen eine Schule in Assiut bei Naga Hammadi. Mit ihren beigen Schuluniformen wirken sie wie Mädchen, für die der Schulbesuch eine völlig selbstverständliche Sache ist, genauso wie zuvor schon für ihre Mütter oder Großmütter. Doch der Schein trügt.

Die Schülerinnen einer Schule in Assiut bei Naga Hammadi genießen ihre Pause
Die Schülerinnen einer Schule in Assiut bei Naga Hammadi genießen ihre Pause© Botschaft Kairo

 Noch vor weniger als zwanzig Jahren waren Mädchen, zumal in ländlicheren Gegenden Ägyptens, häufig für andere Aufgaben vorgesehen als „untätig“ eine Schulbank zu drücken. Die Analphabetenrate ist noch heute entsprechend hoch. Deutschland unterstützt Ägypten seit vielen Jahren dabei, allen Kindern eine Grundbildung zu ermöglichen.

„Bildung für alle“ lautet das Ziel der internationalen Staatengemeinschaft. Das heißt: Alle Kinder sollen die Möglichkeit bekommen, lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Ein hoch gestecktes Ziel für viele Länder, denn „Bildung für alle“ ist teuer. Zu Beginn hat Deutschland Ägypten daher vor allem finanziell unterstützt und sich dabei auf Grundschulen in ländlichen Gegenden konzentriert. Denn neue Schulgebäude mussten gebaut, alte saniert und erweitert werden, es fehlte an Toiletten und Inventar. Die Behörde, die für die Schulinfrastruktur zuständig ist, benötigte Gelder, um Schulen für mehr Schülerinnen und Schüler bauen zu können.

Entwicklunghilfe
Lehrerin und Schüler beim Unterricht, im Februar 2000, Ägypten© photothek.net

Die heutige Generation ägyptischer Mädchen ist die erste, für die Lesen und Schreiben lernen genauso Teil der Erziehung ist wie für ihre Brüder und Freunde. Mittlerweile gehen über 90 Prozent aller Kinder in Ägypten in die Grundschule. Daher rücken nun andere Themen in den Fokus: Mit deutscher Hilfe entstehen Modellschulen, in denen neben der Wissensvermittlung das ganzheitliche Wohl der Schülerinnen und Schüler eine wichtige Rolle spielt. Das heißt konkret: Getrennte Toiletten für Mädchen und Jungen, bepflanzte, sonnengeschützte Schulhöfe, genügend Platz für Aktivitäten außerhalb des Stundenplans. Dadurch ist der Anreiz für Eltern gestiegen, auch die Mädchen in die Schule zu schicken.

 Gleichzeitig arbeitet Deutschland gemeinsam mit Gouvernoraten, Bezirken und Schulen an einer besseren und dezentralen Verwaltung. Ein Beispiel: Es werden Schulkomittees eingerichtet und geschult, bestehend aus Verwaltungsmitarbeitern, Eltern und Menschen aus der umliegenden Gemeinde, die am Thema Bildung interessiert sind. Gemeinsam mit der Schulverwaltung treffen sie wichtige Entscheidungen zu Themen rund um den Schulalltag.

Um die Grundschulen in den ärmsten Gouvernoraten Ägyptens kümmert sich das deutsche Schulprogramm besonders. Die Grundschulen in diesen Regionen können miteinander in Wettbewerb treten. Halten die Schulen ihre Gebäude besonders gut in Stand und tun sie dies auch noch unter Beteiligung aller relevanter Gruppen, so haben sie die Chance auf Fördergelder, die sie insbesondere für notwendige Wartungsarbeiten nutzen können. Je nach Größe unterstützt Deutschland die Schulen mit durchschnittlich 7500 EGP.
So wie den Schülerinnen in Assiut soll es bald möglichst allen Mädchen und Jungen gehen: Lernen als Selbstverständlichkeit, und das in einer kindgerechten Umgebung. In dieses Ziel hat Deutschland in den vergangenen 18 Jahren in Ägypten rund 154 Millionen Euro investiert.

Textquelle: Deutsche Botschaft – Wirtschaftliche Zusammenarbeit


 

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